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Chronische Schmerzen
Schmerzen begleiten oft Erkrankungen oder Verletzungen, werden aber inzwischen selbst als Krankheit verstanden. Der Schmerz besteht dabei über Monate und das Grundleiden ist entweder schwer bzw. nicht therapierbar oder eine Ursache für den Schmerz nicht auffindbar (idiopathisch).
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Mindestens 13 Millionen Bundesbürger leiden an schweren Dauerschmerzen. Die Pein sitzt im Rücken, in den Gelenken oder im Kopf, ist die Folge von Tumorerkrankungen, Rheuma oder Amputationen. Das Leben dieser Patienten ist stark beeinträchtigt und sie benötigen eine dauernde ärztliche Versorgung. Doch sie bilden nur die Spitze eines Eisbergs.
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Wege aus dem chronischen Schmerz
Nicht nur bei der medikamentösen Versorgung sind Patienten mit chronischen Schmerzen in Schmerzambulanzen oder speziellen Schmerzkliniken gut aufgehoben. Dort werden in der Regel auch ganzheitliche Therapiekonzepte angeboten. Sie beinhalten auch Verhaltenstherapie und Entspannungsverfahren.
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Mit anderen reden:
ein heilsamer Vorgang Es ist immer schwierig, von seinen Schmerzen zu sprechen. Einerseits ist es für den Patienten wichtig, anderen subjektiv über sein Leiden zu berichten, andererseits bewegt er sich dabei häufig auf einem Gebiet, auf dem ihm die Worte fehlen.
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Chronische Schmerzen

Schmerzen begleiten oft Erkrankungen oder Verletzungen, werden aber inzwischen selbst als Krankheit verstanden. Der Schmerz besteht dabei über Monate und das Grundleiden ist entweder schwer bzw. nicht therapierbar oder eine Ursache für den Schmerz nicht auffindbar (idiopathisch). Schmerzen ohne klare Ursache sind keine Ausnahme, sondern die Regel: Bei Rückenschmerzen lassen sich in 80 von 100 Fällen keine krankhaften körperlichen Veränderungen finden. Die „Bandscheibe“ ist selten (in weniger als 10 Prozent) die Ursache von Rückenschmerzen. Die häufigsten Kopfschmerzen sind sog. „primäre“ Kopfschmerzen, d. h. sie sind ebenfalls nicht als Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung zu verstehen, sondern bestehen ohne klare krankhafte Veränderungen. Von chronischem Schmerz spricht man dann, wenn die Beschwerden länger als sechs Monate anhalten. Auswirkungen auf die psychische Verfassung des chronisch Schmerzkranken sind die Regel.
Schmerzzustände sind für den Körper erlernbar. Wiederholt auftretende Schmerzen führen dabei zu intensiverem und längerem Schmerzempfinden, da dabei die Schmerzschwelle herabgesetzt wird. Deshalb ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbekämpfung mit Medikamenten wichtig. Untersuchungen haben ergeben, dass in Deutschland gegenüber anderen Ländern Schmerzen oft unzureichend therapiert werden. Dies gilt vorwiegend für Patienten mit Schmerzen bei Krebserkrankungen und nach operativen Eingriffen. Dies geht wahrscheinlich auf die tief verwurzelte und oft überbewertete Angst vor Abhängigkeit von Schmerzmedikamenten zurück. Außerdem spielt sicherlich der im Vergleich zu anderen Ländern höhere „bürokratisch-organisatorische Aufwand“ bei der Anordnung/Gabe der Medikamente eine entscheidende Rolle (Pflegekraft-Arzt-Konflikt). Des weiteren existiert in Deutschland noch keine breite Evidenzbasis, auf die klare Standards zum Schmerzmanagement aufgebaut werden könnten. Es ist daher bei chronifizierten Schmerzen im besonderen Maße erforderlich, eine hoch individuelle (medikamentöse) Therapie zu entwickeln, die genügend Spielraum lässt, um auf variierende Schmerzzustände reagieren zu können.
Eine andere Form der Bekämpfung von chronischen Schmerzen ist die Verhaltenstherapeutische Hypnose, die außerdem den Medikamentenkonsum der Patienten stark herabsetzt. Während der verhaltenstherapeutische Ansatz eher eine Schmerzbewältigungsstrategie bei organisch bedingten Schmerzen darstellt, ist die psychodynamisch-interaktionelle Gruppentherapie eine Möglichkeit zur ursächlichen Behandlung sog. somatoformer Schmerzstörungen. Jeder vierte Patient mit Angststörung klagt über chronische Schmerzen.
Quelle: Wikipedia
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Millionen Menschen sind betroffen
Mindestens 13 Millionen Bundesbürger leiden an schweren Dauerschmerzen. Die Pein sitzt im Rücken, in den Gelenken oder im Kopf, ist die Folge von Tumorerkrankungen, Rheuma oder Amputationen. Das Leben dieser Patienten ist stark beeinträchtigt und sie benötigen eine dauernde ärztliche Versorgung. Doch sie bilden nur die Spitze eines Eisbergs. Bei Umfragen gibt beispielsweise jeder dritte Erwachsene an, gerade Rückenschmerzen zu haben. Etwa zehn Prozent sind durch das Kreuz mit dem Kreuz chronisch schwer beeinträchtigt. Weitere zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung leiden unter Migräne, etwa drei Prozent haben chronische Spannungskopfschmerzen. Knapp 70 Prozent der Tumorpatienten haben in den letzten Lebensmonaten, viele auch schon früher, zum Teil unerträgliche Schmerzen. Auch bei Millionen von Rheumakranken ist der Schmerz zu einem ständigen Begleiter geworden. Mindestens 800.000 Menschen leiden in Deutschland an so genannten "problematischen" Schmerzzuständen: Normale Ärzte stufen ihre Leiden nicht selten als "therapieresistent" ein, obwohl auch ihre Qualen durch eine moderne Behandlung zumindest gelindert werden könnten. Doch die Realität sieht anders aus: Die meisten Mediziner sind für die Behandlung dieser schwerkranken Patienten nicht genügend ausgebildet. In ihrem Studium wurden und werden die Möglichkeiten einer modernen Schmerztherapie nur am Rande abgehandelt. Diese Kranken brauchen darum Spezialisten. Doch es dauert im Schnitt immer noch acht Jahre, bis sie in die richtigen Hände kommen.
Mangelhaft ist nicht nur die Versorgung, sondern auch die Information der Patienten. Viele ertragen ihre Qualen, weil sie den Glauben verloren haben, daß ihnen geholfen werden kann. Dabei ist in die Schmerztherapie in den letzten Jahren Bewegung gekommen. Bahnbrechende Entdeckungen der Grundlagenforscher haben dazu beigetragen, dass Ärzte heute zwischen dem "guten" (akuten) und "bösen" (chronischen) Schmerz zu unterscheiden gelernt haben.
Der "gute" Schmerz ist ein warnendes Signal, ist die Folge von akuten Verletzungen oder Erkrankungen. Werden seine Ursachen behandelt, verschwindet er wieder. Der "böse" Schmerz hat diese Warnfunktion hingegen verloren. Er entsteht, wenn chronische Krankheiten nicht ursächlich zu heilen sind oder akute Schmerzen nicht ausreichend gelindert werden. Denn andauernde Schmerzsignale hinterlassen im Nervensystem eine Gedächtnisspur. Dann kann es geschehen, daß der ursprüngliche Schmerzauslöser sogar verschwindet, die Pein aber bleibt.
Einsichten gewannen die Forscher auch in jene molekularen Mechanismen in Nervenzellen, die einen akuten in einen chronischen Schmerz verwandeln. Dies führte zu neuen Konzepten, wie solche verhängnisvollen Prozesse durch Medikamente und nicht-medikamentöse Therapieverfahren verhindert und möglicherweise auch wieder rückgängig gemacht werden können. Vor allem kann eine frühzeitige Behandlung akuter Schmerzen einer Chronifizierung der Leiden vorbeugen. Dazu gehören nicht nur Medikamente und Injektionen, sondern auch Gymnastik, Bewegung und gezielte Entspannungsverfahren.
Quelle: Deutsche Schmerzliga e.V.
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Wege aus dem chronischen Schmerz
Nicht nur bei der medikamentösen Versorgung sind Patienten mit chronischen Schmerzen in Schmerzambulanzen oder speziellen Schmerzkliniken gut aufgehoben. Dort werden in der Regel auch ganzheitliche Therapiekonzepte angeboten. Sie beinhalten auch Verhaltenstherapie und Entspannungsverfahren. Das Beispiel Phantomschmerz verdeutlicht: Schmerz kann auch eine Sache des Kopfes sein und das Nervensystem selbst kann Ursache von Schmerzen sein (Neuropathie). Schmerzempfinden ohne Beteiligung der Psyche gibt es nicht. In der Erkenntnis liegt heute auch eine Therapiechance: Das Schmerzgedächtnis kann auch wieder gelöscht werden – besser gesagt: überschrieben werden. Durch sorgfältigen Einsatz von Schmerzmitteln wird Patienten zunächst für einige Stunden oder Tage Schmerzfreiheit verschafft. Je nach Art und Umfang der Beschwerden kommen bei sachgerechter Anwendung auch stark wirkende Opioide als Schmerzmittel in Frage. Viele Patienten, oft aber auch Hausärzte, befürchten allerdings immer noch Suchtprobleme – zu Unrecht. Absolute Schmerzfreiheit muss das erste Ziel bei der Behandlung von chronischen Schmerzen sein.
Schmerzsituationen vergessen
Erst dann können Patienten wieder lernen, dass sie bestimmte Situationen, bestimmte Bewegungen nicht meiden müssen. Wer sich wieder normal verhält und bewegt und das auch bewusst schmerzfrei erlebt, kann typische Schmerzsituationen wieder vergessen. Allein die daraus neu wachsende Hoffnung auf Heilung kann das körpereigene System zur Schmerzhemmung wieder stimulieren, also die Ausschüttung von Endorphinen ankurbeln. Dieser Prozess wird auch vom Gehirn kontrolliert. Die Physiotherapie soll dieses ganzheitliche Konzept unterstützen. Außerdem sollen über die psychische Ebene alle Situationen gefördert werden, die Schmerzen vergessen lassen oder die Schmerzen aus dem Bewusstsein ausblenden. Auch Entspannungsverfahren können eine Strategie sein, weitgehende Schmerzlinderung zu erfahren und mehr Freiheit im Alltag zurückzugewinnen. Es gilt, den Teufelskreis von Schmerzerfahrung, Anspannung, Verkrampfung und Angst vor neuen Schmerzen zu unterbrechen. Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Yoga, autogenes Training, Meditation, Biofeedback oder Hypnose sind nur einige Verfahren, mit denen man seine Seele pflegen kann.
Jochen Zielke, Südwestrundfunk
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Mit anderen reden: ein heilsamer Vorgang
Es ist immer schwierig, von seinen Schmerzen zu sprechen. Einerseits ist es für den Patienten wichtig, anderen subjektiv über sein Leiden zu berichten, andererseits bewegt er sich dabei häufig auf einem Gebiet, auf dem ihm die Worte fehlen.
Sagen, was fehlt
Wie sagen wir etwas, das wir schlecht beschreiben können und das von einer Wahrnehmung abhängt, die unsere Worte übersteigt? Das Leiden ist ein Abgrund, ein schwarzes Loch aus Gefühlen, das sich nur durch Metaphern ausdrücken lässt. Deshalb ist das Leiden auch das Lieblingsthema vieler poetischer und literarischer Werke. Um darüber zu reden, muss der Schmerzpatient die Wirklichkeit rekonstruieren, muss er versuchen, eine Gedankenwelt aus Vergleichen zu konstruieren, muss er Bilder verwenden. "Es zerreißt mich, es quält mich, es zerquetscht mich", sagen die Patienten - mit dem unbestimmten "es" meinen sie dieses Ungeheuer, das sich tief in ihnen versteckt und sich ebenso wenig ausdrücken wie zeigen lässt.
Sprechen bringt Erleichterung
Trotzdem muss man versuchen, darüber zu reden und in sich nach beschreibenden Worten suchen. Den Schmerz anderer kann man nicht fühlen, aber das Leiden eines Angehörigen oder geliebten Menschen quält und verunsichert. Aus diesem Grund muss der Kranke stets versuchen, mit seinem Arzt und mit Menschen aus seinem Umfeld darüber zu sprechen. Ohne Worte gibt es den Schmerz nur für den, der leidet. Mit Worten verleiht er ihm Gestalt für andere Menschen und macht ihn für sich selbst greifbar.
Chronische Schmerzen zu haben bedeutet auch, die Einsamkeit kennen zu lernen, sich in sich selbst zurückzuziehen, ständig lauschend auf die geringsten Reaktionen des Körpers, ständig suchend nach der richtigen Körperhaltung, nach dem Vergessen der eigenen körperlichen Probleme - wenigstens für ein paar Augenblicke. Aber es bedeutet ebenfalls zu glauben, dass niemand es begreift, der nicht selbst betroffen ist.
Wie also sollen sie mich pflegen, ohne zu verstehen? Wie können mein Arzt oder meine Familie mir helfen, wenn sie gar nicht wissen, was ich fühle? Um Sie in diesem Punkt zu beruhigen möchten wir nochmals wiederholen, dass der Schmerz in den Bereich des Unverständlichen und des Unaussprechlichen fällt und viele Menschen nicht verstehen können, was nicht unmittelbar für sie existiert. Der Schmerzpatient muss selbst die Brücke schlagen. Er muss sein Schuldgefühl überwinden, wenn er immer wieder dasselbe sagt und zugleich meint, niemand könne ihn verstehen. Er muss über der Anschuldigung stehen, Hypochonder zu sein, und immer wieder versuchen auszudrücken, was er fühlt.
Zuhören bringt Verständnis
Sagen, was fehlt
Nichts ist schlimmer, als von niemandem verstanden zu werden. Die Brutalität der Verständnislosigkeit ist zweifellos ebenso schlimm wie der Schmerz. Warum also verstehen wir den Schmerz anderer nicht, selbst wenn er mit Nachdruck geäußert wird? Warum weigern wir uns, ihn zu verstehen, oder kurz gefragt: Warum fliehen wir? Was ist dieses Ding, dieses Ungeheuer, dem wir nicht in die Augen blicken können und an das uns der Schmerz immer erinnert?
Der Schmerz macht Angst; denen die ihn verspüren - auch wenn es ihnen gelingt, ihn zu besänftigen, ja ihn manchmal sogar anzusprechen wie Baudelaire: "Sei friedlich, oh mein Schmerz, und sei ein wenig stiller" - und vor allem den Menschen in ihrer Nähe. Dennoch teilen beide dieselbe Machtlosigkeit, ein gemeinsames Gefühl das ihnen zwar helfen müsste, miteinander zu reden, das sie tatsächlich aber jeden Tag mehr und mehr verstummen lässt. Es bilden sich Brücken zwischen dem Leidenden und denen, die ihm nahe stehen, aber niemand wagt, sie zu überqueren. Jeder verschanzt sich in seiner eigenen Welt. Der Patient schließt sich vom gesellschaftlichen Leben aus, kümmert sich um nichts weiter als sich selbst, und um das, was er fühlt. Den Menschen seines Umfelds gelingt es nicht mehr, hinter seinen Scherzen die Hilferufe zu erkennen. Edgar Allen Poe drückte es so aus: "Der Humor ist die Höflichkeit der Verzweiflung." Und dann muss man Humor einerseits noch begreifen und andererseits zu nutzen verstehen. Der Versuch, mit einem Scherz den Schmerz eines Leidenden zu mindern, kann ihm erneut Leid zufügen. Jeder Patient reagiert auf seine Art und Weise und darin liegt die Schwierigkeit beim Reden über den Schmerz: Es reicht nicht aus, über ihn zu sprechen, wir müssen auch noch die richtigen Worte finden.
Verstehen bringt Hilfe
Sagen, was fehlt
Ein Phänomen zu verstehen, was die Ausdrucksmöglichkeit übersteigt - wir können es nicht genug betonen - erscheint unmöglich. Wer meint, es zu können, beweist damit zweifellos übertriebenen Hochmut. Trotzdem sollte man versuchen, Mitleid zu zeigen, also im wahrsten Sinne des Wortes den Schmerz des anderen mit zu erleiden. Worte sind Taten - die einzigen, die der Patient noch vollbringen kann. Taten, die denjenigen ergreifen und rühren können, der zum Zuhören bereit ist, ganz gleich ob er Arzt oder eine dem Patienten nahe stehende Person ist. Die Gefühle sind dabei häufig für den Kranken und den Zuhörer dieselben: Schuldgefühle und Machtlosigkeit. Der Patient fühlt sich schuldig, weil er Mitmenschen sein Leiden aufdrängt, der Helfende dagegen, weil er nicht rechtzeitig verstanden hat. Unmittelbare Machtlosigkeit verspürt der Schmerzpatient, weil es ihm unmöglich ist, ein normales Leben zu führen, und die ihm nahestehende Person, weil er dem, den er pflegt oder den er liebt, keine Erleichterung verschaffen kann.
Also zieht sich jeder in seine Einsamkeit zurück - der eine in seine Zwangsvorstellung und der andere in seine Unfähigkeit, sich mit einer Person zu identifizieren, die ihm doch so nahe steht.
Nur die Sprache kann die zerrissene Verbindung wiederherstellen und der Beziehung wieder Sinn geben, die uns trotz des Schmerzes miteinander vereint.
Miteinander reden baut Brücken
Von unseren Ängsten zu sprechen, das heißt sie zu zähmen, ihnen eine Gestalt zu geben, aus ihnen Gegenstände zu machen, die wir kontrollieren können, damit sie uns nicht kontrollieren. Die erste Hilfsmöglichkeit liegt im Zuhören. Mit den Worten schwinden die Ängste, ein Kontakt entsteht oder wird wieder hergestellt und - so hoffen wir - der Schmerz wird gelindert. Der Schmerzpatient befreit sich für einige Augenblicke und die Angst des Zuhörers verliert sich. Der Mensch ist ein sprechendes Wesen; über seinen Schmerz zu reden, reicht sicherlich nicht aus, um ihm zu helfen, es ist allerdings für alle Beteiligten notwendig. Das Wort durchbricht den Kreis der Einsamkeit, in dem Familie und Patient aufgrund des Schmerzes gefangen sind. Es wird immer Krisen, Vorstöße und Rückzüge geben, doch ist es nicht das Wichtigste, im gleichen Rhythmus zu marschieren?
Nicht vergessen
1. Über seinen Schmerz zu sprechen, ist für den Kranken immer hilfreich. Wichtig ist, dass er seinen Schmerz in Worte fassen, ihn ausdrücken kann.
2. Jeder reagiert bei Schmerzen auf seine eigene Art und Weise. Es genügt daher nicht, darüber zu sprechen, sondern wir müssen auch noch die richtigen Worte finden.
3. Selbst wenn wir nicht alle gleichermaßen schmerzempfindlich sind, haben wir doch gemeinsame Erfahrungen mit den Schmerzen.
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Heidelberger Spezialisten der Neurowissenschaft haben entdeckt, dass Patienten mit chronischen Schmerzen den Schmerz drei Mal stärker empfinden, wenn sie einen Partner beziehungsweise eine Partnerin haben, die Mitleid mit ihrem Zustand zeigt. Herta Flor, die Leiterin der Untersuchung, erläuterte, dass "Partner oder Partnerin einen Einfluss auf das Verhalten haben". Personen, die von ihrem Partner umsorgt werden, erwarten einen positiven Einfluss auf ihre Probleme.
Das Team von Professor Flor reizte den Rücken der Patienten in Anwesenheit der Partner mithilfe von Strom. Zugleich wurden mit einem EEG die Hirnstromkurven in einem Teil des Gehirns gemessen, in dem das Schmerzgefühl verarbeitet wird. Die Partner wurden als mitfühlend oder nicht klassifiziert, je nach dem, wie sie üblicherweise auf die Schmerzprobleme der Patienten reagierten.
Quelle: Schmerznetz
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Was sind chronische Schmerzen
Man unterscheidet generell akute Schmerzphasen von einer chronischen Schmerzerkrankung, speziell in der Schmerztherapie. Akute Schmerzen werden meistens durch eine Gewebeschädigung hervorgerufen und verschwinden oft "von alleine", parallel zur Ausheilung. Akute Schmerzzustände, einschließlich Schmerzen nach OPs (postoperativen Schmerzen), sind heute in der Regel durch Schmerzmedikamente gut behandelbar.
Die große Herausforderung der Schmerztherapie ist hingegen die Behandlung von chronischen Schmerzen. Diese sind in ihrer Entstehungs- und Erscheinungsformen sehr vielfältig. Gemäß der Definition der "Internationalen Gesellschaft zum Studium von Schmerz" (IASP) von 1986 können (chronische) Schmerzen sogar entkoppelt von Gewebsschädigungen existieren, bzw. sogar ohne eine direkte oder indirekte primäre Schädigung des Gewebes. Ein Beispiel ist das Postdiskektomiesyndrom: Hier kommt es zu (chronischen) Schmerzen nach einer Bandscheiben-OP, obwohl das Gewebe (theoretisch) gar nicht mehr belastet ist. Oder die somatoforme Schmerzstörung: Hierbei existieren Schmerzen komplett ohne einen Bezug zu einem körperlichen Leiden.
Deshalb kann sich ein chronischer Schmerz im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Krankheitsbild entwickeln - so daß man schließlich von einer (chronischen) Schmerzkrankheit spricht, welche die körperlichen, seelischen und auch die sozialen Belange eines Patienten zunehmend mindert.
1. Typisch Anzeichen bei chronischen Schmerzen auf körperlicher Ebene ist eine (schmerzbedingte) zunehmende Bewegungsarmut und das Einnehmen von typischen Schonhaltungen, welche wiederum die Gelenke und Muskeln belasten. Häufig werden hier in der Behandlung bereits erste große Fehler begangen, indem man nicht indizierten (nicht gut begründeten) OP-Maßnahmen empfiehlt. Die Folge sind oft iatrogene Schädigungen, sprich durch ärztliche Einwirkung entstandene Schäden.
2. Auf seelisch-emotioneller Ebene stehen v. a. depressive Verstimmungen als Folge der Schmerzkrankheit im Vordergrund. Ohnmachtgefühle, (chronische) Müdigkeit und Erschöpfung sowie Angst vor weiteren Folgen können ebenfalls existieren. Wird die Chronifizierung stärker kommt es zudem zu sog. "vegetativen Beschwerden" (vegetativ = das unterbewußte Nervensystem betreffend). Typische Symptome sind innere Unruhe, Schwitzen, Tachykardien (schneller Puls), Schlafstörungen, "Kloßgefühl im Hals" (Globusgefühl) und Sodbrennen.
3. Zu zwischenmenschlichen (sozialen) Einschränkungen kann es sowohl im familiären Umfeld, als auch innerhalb des Freundeskreises und in der Arbeitswelt kommen. Die eben genannten Leistungseinbußen bzw. -einschränkungen verhindern ein "gleichberechtigtes" Leben. Der Schmerzpatient wird häufig isoliert, mit Konflikten konfrontiert oder als "Spinner" bzw. "seelisch Kranker" abgestempelt. Die Folge ist oft Rückzug und am Ende sogar erhebliche finanzielle Probleme.
Alle genannten Faktoren bilden oft einen Teufelskreislauf - eine Abwärtsspirale nach unten, die sogar zum Sozialfall führen kann.
Deshalb ist die Behandlung von chronischen Schmerzen oft eine echte Herausforderung. In vielen Fällen nicht nur therapeutischer Art, sondern es gilt dabei v.a. auch diagnostische (Erkundung der Schmerzursache) und sozialmedizinische (speziell arbeitsmedizinische) Probleme zu lösen.
Aufgrund dieser Komplexität wurde 1996 von der Bundesärztekammer in Deutschland die Zusatzbezeichnung "spezielle Schmerztherapie" eingeführt. Diese Zusatzqualifikation können nur patientenorientierte Fachärzte durch 1-jährige Tätigkeit in einer Schmerzklinik, nebst einer 80-stündigen Weiterbildung inkl. Abschlussprüfung erwerben.
Die "spezielle Schmerztherapie" umfasst neben der medikamentöse Schmerztherapie (Schmerzmittel, Psychopharmaka) auch die Spritzentherapie (therapeutische Lokalanästhesie), Krankengymnastik, anderen körperlichen Anwendungen, Akupunktur, Chirotherapie und psychologische Verfahren. Der optimale Erfolg entsteht durch eine individuelle, ganz auf das persönliche Krankheitsbild des Patienten abgestimmte Kombination aus eben beschriebenen Verfahren. Diesen Ansatz bezeichnet man auch als multimodale Schmerztherapie. Die optimale multimodale Schmerztherapie kann allerdings aus organisatorischen und meistens auch finanziellen Gründen nicht mehr ambulant erfolgen. Hiefür empfehlen sich spezielle Fachkliniken für Schmerztherapie. .
Quelle: doctorhelp
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